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DIE LINKE im Kreistag HSK - Joachim Blei

DIE LINKE im Kreistag Hochsauerland setzt sich weiter für Fachpraktika in der Kreisverwaltung ein - Schöne Reden, aber keine Taten

Viele schöne Reden, wie Menschen mit einer Behinderung zu helfen sei und was für tolle Ziele man beim Hochsauerlandkreis dazu hat werden gehalten, aber wenn es darum geht, praktisch und konkret zu helfen, dann wird gekniffen.

So geschehen am Freitag wieder einmal im Kreistag.

Da möchte unsere Fraktion, dass der Kreis nur 1 bescheidene praktische Ausbildungsstelle für Menschen mit einer Behinderung bereit stellt, mehr nicht.

Das „costa fast ganix“, ist aber ungewohnt und unbequem, also lässt man das, auf Vorschlag des Landrats.

Schade, Herr Dr. Schneider, eine verpasste Chance für den Kreis als Fackelträger in einer guten Sache voran zu gehen!

Folgender Brief wurde an die Fachabteilung in der Kreisverwaltung geschrieben:

Ausbildung von Fachpraktikern gem. BBiG § 66

Hallo Frau Stein,

in der letzten Sitzung des Arbeitsmarktpolitischen Beirats wurde angeregt, Vorschläge zur Verbesserung zu machen.

Das tue ich auf diesem Wege noch einmal hinsichtlich der o. g. Ausbildungen, nachdem ein erneuter Vorstoß der DIE Linke dazu im Kreistag wieder gescheitert ist.

Grund dafür ist m. E., dass die Verwaltung offenbar immer noch falsche Vorstellungen dazu hat, was in ihrer Begründung für den Vorschlag der Ablehnung zum Ausdruck kommt *).

Ich erkläre daher hier einmal detailliert den Prozess einer solchen Ausbildung für Behinderte.

Ausbildungsträger ist z. B. der Internationale Bund (IB).

Dieser erfüllt folglich alle Bedingungen für die Ausbildung wie im Dualen System, mit Ausnahme der Bereitstellung eines praktischen Ausbildungsplatzes.

Er stellt auch das erforderliche rehapädagogische Ausbildungspersonal sowie das Ausbildungsmaterial und die erforderliche persönliche Ausrüstung der/des Auszubildenden.

Als „Initalzündung“ für den Start der Ausbildung ist es daher erforderlich, dass die/der Behinderte einen Betrieb oder eine Verwaltung! findet, die ihr/ihm zusagt, für sie/ihn einen praktischen Ausbildungsplatz im Rahmen der Ausbildung zur Verfügung zu stellen.

Ist dieser gefunden, beantragt die/der Behindete die Erstellung eines speziell auf die/den Auszubildende/-n abgestimmten Ausbildungsplans durch den Berufsbildungsausschuss der zuständigen Kammer.

Dabei werden die Dauer und der Inhalt der Ausbildung festgelegt. Oft kann dazu auf bereits von anderen Kammern im Bundesgebiet erstellte Ausbildungspläne zurück gegriffen werden.

Für den Betrieb oder die Verwaltung, der/die den praktischen Ausbildungsplatz stellt, entstehen nur minimale Kosten. Die Ausbildungsvergütung übernimmt die Agentur für Arbeit, die auch als Kostenträger insgesamt hinter der Ausbildung steht.

Als „Gegenleistung“ für die praktische Anleitung bekommt der Betrieb oder die Verwaltung aber über längere zeit eine durchaus nützlich einsetzbare Kraft.

Besondere Probleme hinsichtlich der Arbeitsschutzvorschriften, die über das normale Maß hinausgehen, entstehen nicht.

Der Ausbildungsträger (z. B. IB, Olsberg) steht mit seinem Ausbildungspersonal jederzeit kurzfristig, auch vor Ort, dem praktischen Ausbilder zur Unterstützung zur Verfügung.

2014 war das Argument der Verwaltung für die Ablehnung einer solchen Ausbildung noch, dass für anschließend daran kein Übernahmeversprechen abgegeben werden könne und daher die Ausbildung unterbliebe.

Auch da galt aber schon, dass es den Betroffenen darauf gar nicht ankommt.

Wichtig ist für diese zuerst einmal, überhaupt eine Ausbildung als Voraussetzung für ihre Integration in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft zu bekommen.

Ich finde, die Zeit ist überreif dafür, dass eine Institution wie der HSK mit einem Beispiel voran geht und eine solche Fachpraktikerausbildung auf seinem Gebiet ermöglicht.

Schöne Reden, wie Behinderten zu helfen ist, haben wir genug gehört!

Für die Bestätigung meiner Ausführungen und weitere Details führen sie bitte ein Gespräch mit dem Internationalen Bund in Olsberg.

Mit freundlichen Grüßen

Joachim Blei

Dieses Schreiben hat auch der Behindertenbeauftragte für den Hochsauerlandkreis erhalten.